Lokomotiven in Wartung

Hier geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über unsere Fahrzeuge.

Ausführliche Informationen, alle technische Daten und detaillierte Lebensläufe entnehmen Sie bitte der Neuauflage unserer Broschüre „Die Museumsbahn Ebermannstadt – Behringersmühle“, die Mitte Juni 2018 erschienen ist.
Sie können dieses Heft für 7,90 Euro vor Ort bei unserer Museumsbahn erwerben oder für 9,90 Euro inkl. Porto und Verpackung bei uns bestellen. Kontaktieren Sie dazu bitte unsere Geschäftsstelle und besuchen unsere Seite „Mitnehmen“ 

Lok 8 – Dampflok 64 491

Bauart: 1´C1´h2t
Hersteller: 0&K
Baujahr: 1940
Fabriknummer: 13298

Ende 1995 konnte die DFS diese 1940 von Orenstein & Koppel in Berlin gebaute Personenzugtenderlok 64 491 vom „Verein zur Erhaltung und Förderung des Schienenverkehrs“ erwerben. Damit kehrte nach dem VT 135 069 und den beiden V 36 ein weiterer Fahrzeugtyp in die Fränkische Schweiz zurück, der schon zu Zeiten des regulären Betriebes auf der Wiesenttalbahn zum Einsatz gekommen war. 
64 491 wurde im Juni 1940 in Pasewalk in Dienst gestellt. Ab 1950 folgten Einsätze bei den Bahnbetriebswerken Husum, Neuß, Friedrichshafen, Ulm, Heilbronn und Crailsheim. In Crailsheim wurde sie schließlich 1974 als eine der letzten ihrer Baureihe bei der DB ausgemustert. Die Lok war seither nicht nur auf unserer Museumsbahn, sondern auch zu zahlreichen Gasteinsätzen auf Strecken der Deutschen Bahn unterwegs. Auch bei Filmproduktionen wie „Unsere Mütter, unsere Väter“ ist die 64er gefragt gewesen.
Gegenwärtig befindet sich Maschine in Hauptuntersuchung, die sicherlich bis zum Jahr 2020 dauern wird.

Lokomotiven 1 „Ebermannstadt“ und 2 „Nürnberg“

Die zwei bauartgleichen Dampflokomotiven entstammen einer größeren Serie von Lokomotiven des Typs „Ploxemam“, die Hanomag zwischen 1910 und 1928 für Werkbahnen lieferte. Beide DFS – Lokomotiven wurden 1923 unter den Fabriknummern 9442 und 9444 auf Vorrat gebaut und in den Jahren 1924 und 1928 an die Städtischen Werke Nürnberg abgeliefert. Dort standen die beiden Maschinen im Nürnberger Gaswerk bis zur Mitte der 1970er Jahre im Einsatz – zuletzt allerdings nur noch als Reserve. 1975 konnte die DFS Lok 1 erwerben und Lok 2 als Dauerleihgabe der Stadt Nürnberg übernehmen. Lok 2 wurde in den darauffolgenden Jahren in Eigenleistung einer gründlichen Hauptuntersuchung unterzogen.
Von 1983 an bestritt sie neun Jahre lang allein den Dampfzugbetrieb im Wiesenttal und unterstrich ihre für einen kleinen Zweikuppler erstaunliche Leistungsfähigkeit. Lok 1 „Ebermannstadt“ ist mittlerweile in Behringersmühle geschützt hinterstellt. Lok 2 „Nürnberg“ weilte von Ende 1995 bis Anfang 2014 als Leihgabe im Deutschen Dampflokomotiv-Museum in Neuenmarkt-Wirsberg. 35 Jahre nachdem sie den Dampfbetrieb auf der Museumsbahn eröffnet hatte, wird diese Maschine ab der Saison 2019 mit neuen Fristen betriebsfähig zur Verfügung stehen.

Lok 1 – Dampflok Ploxemam

Bauart: Bn2t
Hersteller: Hanomag
Baujahr: 1923
Fabriknummer: 9442

Lok 2 – Dampflok Ploxemam

Bauart: Bn2t
Hersteller: Hanomag
Baujahr: 1923
Fabriknummer: 9444

Lok 3 – Akkumulatorlok

Bauart: Bo
Hersteller: Gewerkschaft Schalker Eisenhütte (mech.Teil) Siemens-Schuckert-Werke (elektr. Teil)
Baujahr: 1957
Fabriknummer: 53171 / 581

1978 konnte die DFS diese eisenbahngeschichtlich interessante Lokomotive als Stiftung der Kraftwerks-Union Mülheim/Ruhr übernehmen: Als erste batterie-elektrische Lokomotive der Welt mit halbleitergesteuerter Fahrtregelung sowie Nutzbremse mit Rückspeisung in die Akkumulatoren stand sie Pate für die Entwicklung moderner Elektrolokomotiven. Nach einer Hauptuntersuchung und Einbau einer Druckluftbremsanlage stand die Maschine seit 1988 auch für Streckendienste – insbesondere vor Arbeitszügen – zur Verfügung.
Gegenwärtig befindet sich die Maschine in einer aufwändigen Hauptuntersuchung, in deren Rahmen sie auch einen neuen Batterie-Satz erhalten wird. Nach Abschluss der HU besteht dann auch für die DFS die Möglichkeit, gemäß dem aktuellen Trend zur Elektromobilität, kurze Sonderzüge mit der Akkulok anzubieten.

Lok 9 – Diesellok V60 114

Bauart: C-dh
Hersteller: Maschinenfabrik Kiel (MaK)
Baujahr: 1956
Fabriknummer: 600034

Seit 2005 ist V 60 114 bei der DFS im Einsatz. Die Lokomotive wurde 1956 von der Maschinenfabrik Kiel (MaK) gebaut. Die Baureihe V 60 wurde als leistungsstarke Rangierlokomotive ab 1951 im Auftrag der neu gegründeten Deutschen Bundesbahn entwickelt, um den überalterten Bestand einer Vielzahl unterschiedlicher Dampflokomotiven zu ersetzen und damit den Rangierdienst wirtschaftlicher zu gestalten. Bis 1963 wurden 942 Maschinen an die damalige Deutsche Bundesbahn geliefert, sowie einige Exemplare nach Griechenland, Türkei und Israel. Die DFS-Lok wurde in ihrer über 50-jährigen Dienstzeit nur in Bayern eingesetzt.  Für ihren Einsatz bei der DFS wurde die Maschine wieder im Ursprungszustand wie bei ihrer Ablieferung lackiert. Die Arbeitsgebiete der V 60 sind vielseitig – sie ist auf der Museumsbahn oft vor Plan-, Sonder- und Arbeitszügen zu finden.
2019 geht die Maschine nach Abschluss der Hauptuntersuchung wieder in Betrieb.

Dieseltriebwagen VT 135 069

Bauart: A1 CvT
Baujahr: 1937
Hersteller: Busch
Fabriknummer: 3

Unser historischer Dieseltriebwagen, von der Waggonfabrik Busch in Bautzen 1937 gebaut, stellt die letzte Vorkriegsentwicklung eines zweiachsigen Dieseltriebwagens für die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft dar. Insgesamt 64 Exemplaren wurden an die Reichsbahn geliefert, so dass diese Baurt die größte Serie eines zweiachsigen Triebwagens darstellte. Das Fahrzeug verfügt nach wie vor über einen MAN 6-Zylinder-Reihenmotor der Originalbauart mit einer Leistung von 150 PS. Die Kraftübertragung erfolgt mechanisch über ein Mylius-Getriebe auf eine der beiden Achsen. 1979 erwarb die DFS das wertvolle Stück zusammen mit dem dazu passenden VB 140 321 und überführte ihn im Rahmen einer eindrucksvollen Sonderfahrt von Lam nach Ebermannstadt. 1980 bestritt er als damals einziges betriebsfähiges Triebfahrzeug die Eröffnung unserer Museumsbahn. Zusammen mit dem Beiwagen VB 140 321 und seit 2008 auch mit dem Beiwagen VB 140 038 hat der historische Triebwagen neben Sonderfahrten viele der regulären Betriebstage der Museumsbahn bestritten. Bedingt durch die aufwändige Hauptuntersuchung wird der Triebwagen voraussichtlich im Jahr 2020 wieder in Betrieb gehen.