Lok „Nürnberg“ wieder unter Volldampf

Dampflok „Nürnberg“ wieder betriebsfähig – erster öffentlicher Einsatz zum Bahnhofsfest am 14. Juli 2019

Unsere Lok “Nürnberg” steht wieder unter Dampf! Mit dieser inzwischen 96-jährigen Maschine aus dem Hause HANOMAG, die Zeit ihres regulären Einsatzes im Nürnberger Gaswerk schwere Kohlenzüge verschob, hatten wir im Juni 1983 unseren Vereinsnamen mit Leben erfüllt und die Renaissance des Dampfbetriebs im Wiesenttal eingeläutet. Neun Jahre lang stand uns die Maschine des Typs Ploxemam als einziges Dampfross zur Verfügung. Und sie hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert! Sie hatte ja auch eine sehr gründliche Kur in unseren damaligen Nürnberger Werkstätten, zunächst im Gaswerk und dann in der “Resi” am Nürnberger Nordostbahnhof, durchlaufen. In diesen Zeiten hat sie viel bei uns erlebt: Das Eisenbahnjubiläum 1985 mit seinen vielen Sonderzügen, die Begegnung mit vielen anderen Dampfrössern befreundeter Vereine auf unserer Strecke und manche Fahrzeugausstellung in der fränkischen Umgebung. 1994 erhielt sie im Dampflokwerk Meinigen einen neuen Kessel. Und von 1995 bis Anfang 2014 war sie als Leihgabe im Deutschen Dampflokomotiv-Museum in Neuenmarkt-Wirsberg Botschafterin unserer Museumsbahn. Dann holten wir sie nach Ebermannstadt zurück.

DFS Lok 2 auf Neideckbrücke

DFS Lok 2 auf Neideckbrücke während der Abnahmefahrt am 31.05.2019, Foto (c) Alfred Trabert

Am 31. Mai hat sie nach einer Hauptuntersuchung in Regie des Dampflok-Teams um Ulrich Bahr die erneute Abnahme erfolgreich bestanden. Offiziell in Betrieb genommen wird die Lok, deren Stellenwert in der Geschichte unseres Vereins nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, zum Bahnhofsfest am 14. Juli. Da wird sie den zusätzlichen Dampfzug um 12 Uhr ab Ebermannstadt bespannen. Versäumen Sie nicht, bei diesem denkwürdigen Ereignis mit dabei zu sein, zumal unsere ELNA an diesem Tag selbstverständlich auch im Einsatz steht!

Wir freuen uns über den Zuspruch zur Wiederinbetriebnahme dieser Ikone unserer Museumsbahn.

Der Landrat des Landkreises Forchheim, Dr. Hermann Ulm, übermittelte uns folgendes Statement:
Ich beglückwünsche die Dampfbahn Fränkische Schweiz, dass die für den Verein so traditionsreiche Lok “Nürnberg” wieder unter Dampf steht. Diese Maschine ist ein kleines Juwel und steht für die Kontinuität des ehrenamtlichen Engagements. Ich wünsche ihr und der unter Denkmalschutz stehenden Museumsbahn im Interesse der Fränkischen Schweiz alles Gute für die Zukunft.

 

 

Ebermannstadts Bürgermeisterin, Christiane Meyer, schrieb uns:
Liebe Freunde der Dampfbahn Fränkische Schweiz,
vor 45 Jahren wurde der Verein von Eisenbahn-Enthusiasten gegründet. Er steht seitdem für Begeisterung, für ehrenamtlichen Einsatz, für unzählige freiwillige Arbeitsstunden – und für unvergessliche Eindrücke auf Seiten der Fahrgäste. Nach dem Erwerb der Bahnstrecke von der damaligen Deutschen Bundesbahn 1978 und der Aufnahme des Dampfbetriebs im Jahr 1983 haben Zehntausende Fahrgäste den Spaß an der historischen Bahn erlebt, haben das Wiesenttal und seine Umgebung erkundet und sind natürlich auch nach Ebermannstadt gekommen. Dass die Fränkische Schweiz auch mehr als 200 Jahre nach ihrer Entdeckung durch die Erlanger Studenten Tieck und Wackenroder ein weithin bekannter Begriff für Erholung und sanften Tourismus sind, ist nicht zuletzt ein Verdienst der DFS. Ich freue sehr über die Wiederinbetriebnahme unserer Dampflok „Nürnberg“. Kindheitserinnerungen werden wach, der schrille Ton der Dampfpfeife, der unverwechselbare Geruch und mein älterer Bruder, der bei ihrem Anblick davon träumte Lokomotivführer zu werden. Ich möchte mich bei allen Mitgliedern der DFS bedanken für ihre Initiative, ihre Beharrlichkeit, ihre Kreativität und ihr Geschick.

Staatsminister Thorsten Glauber (MdL) teilt uns dazu mit:
„Ich freue mich immer sehr, wenn ich die Dampfbahn durch das Wiesenttal fahren sehe. Die Bahn gehört zur Fränkischen Schweiz und erinnert stets an eine schöne Epoche in dieser Landschaft, die so reich an Geschichten ist. Ein großes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle an alle diejenigen richten, die das möglich machen.“